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Text: Mehrere Jahre lang verlief das Leben von Cam Van Muon und Luong Thi Mai, einem Ehepaar aus der ethnischen Minderheit der ThΓ‘i in Vietnam, bescheiden, aber friedlich. Van Muon, der fΓΌr seine Ehrlichkeit bekannt war, hatte sich den Respekt seiner Dorfgemeinschaft erworben, die ihm lokale Γmter anvertraut hatte. Β»FΓΌr mich war er ein wunderbarer EhemannΒ«, sagt Thi Mai.
Dann Γ€nderte sich alles. Als die BehΓΆrden herausfanden, dass er aktiv seinen christlichen Glauben lebt, begann die Γberwachung: Vorladungen, VerhΓΆre, Druck. Die Dorfvorsteher forderten ihn auf, seinen Glauben aufzugeben. Seine Antwort blieb stets dieselbe: Β»Jesus ist in meinem Herzen. Wie kΓΆnnte ich ihn daraus entfernen?Β«
Die Folgen waren schwerwiegend: Er verlor sein Amt, sein Kind wurde von der Schule ausgeschlossen, und seine Reisernte wurde geplΓΌndert. Van Muon wurde sogar zweimal geschlagen, als er auf dem Weg zur Kirche war. Anstatt sich zu rΓ€chen, betete er und entschied sich fΓΌr Vergebung.
Thi Mai, die mit ihrem zweiten Kind schwanger war, wurde vom Dorf und ihrer eigenen Familie bedrΓ€ngt: Β»Γberzeuge deinen Mann, seinen neuen Glauben aufzugeben.Β« Man flΓΌsterte ihr auch zu: Β»Dein Mann liebt Gott mehr als dich.Β« SchlieΓlich verlieΓ sie ihn, um zu ihren Eltern zurΓΌckzukehren, fand dort jedoch keinen Frieden und kehrte zurΓΌck. Als ihr Γ€lterer Sohn weiterhin ausgegrenzt wurde, gab sie Van Muon die Schuld: Β»Deinetwegen hat unsere Familie alles verloren.Β«
Sie versank immer tiefer in Verzweiflung. Hin- und hergerissen zwischen ihrem Mann und ihrer Gemeinschaft und ΓΌberwΓ€ltigt von Scham und Isolation, entschied sie sich schlieΓlich, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Eines Abends ging sie aus dem Haus, entschlossen, sich das Leben zu nehmen. Van Muon folgte ihr besorgt, hinderte sie daran, ihren Plan in die Tat umzusetzen, und brachte sie nach Hause zurΓΌck. Ein anderes Mal fuhr sie allein mit dem Motorrad in den Wald. Er fand sie und blieb bis zum Morgen an ihrer Seite. Nie wurde er wΓΌtend. Er liebte sie einfach.
Es war diese Geduld, die Thi Mai berΓΌhrte. Sie kehrte zu Gott zurΓΌck, begann wieder, in die Kirche zu gehen und die Bibel zu lesen. Β»Ich habe Frieden gefundenΒ«, sagt sie. Β»Ich habe angefangen zu glauben, dass Gott diese Verfolgung aus einem bestimmten Grund zugelassen hat.Β« Die Verfolgung hatte nicht aufgehΓΆrt, aber ihr Herz hatte sich verΓ€ndert.
Christen, denen sie noch nie begegnet waren, haben ihnen geholfen, insbesondere die Partner von Open Doors. Β»Jedes Mal, wenn unsere VorrΓ€te fast aufgebraucht waren, sorgte Gott genau im richtigen Moment wieder fΓΌr NachschubΒ«, berichtet Van Muon. Die Familie hat sich in einer Nachbarstadt niedergelassen, wo sie von Christen aufgenommen wurde.
Da wurde Thi Mai eingeladen, an einem BibelΓΌbersetzungsprojekt mitzuwirken. Nach anfΓ€nglichem ZΓΆgern willigte sie ein. Nun bereitet sie sich darauf vor, die Heilige Schrift aus dem Vietnamesischen in ihre Muttersprache ThΓ‘i zu ΓΌbersetzen. WΓ€hrend sie ihren Mann einst angefleht hatte, Christus den RΓΌcken zu kehren, trΓ€gt sie nun dazu bei, ihrem eigenen Volk das Wort Gottes zu bringen. Van Muon wurde zum Diakon ernannt. Das Ehepaar, das kurz vor der Trennung stand, dient Gott heute Seite an Seite und trΓ€umt davon, dass jedes Mitglied ihres Stammes eine Bibel in den HΓ€nden hΓ€lt.
Van Muon blickt nach vorne und entscheidet sich dafΓΌr, sich inmitten all der PrΓΌfungen, die er durchlebt hat, an Gottes Treue zu erinnern. Davids Worte sind zu seinen eigenen geworden:
Β»Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.Β«
β Psalm 23,5