3 Minuten Lesezeit
Im vergangenen Monat wurden acht junge Christen in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, festgenommen, nachdem sie den Tag damit verbracht hatten, in verschiedenen Vierteln der Hauptstadt von Jesus zu erzΓ€hlen.
Am Samstag gegen 9 Uhr morgens begaben sich sieben MΓ€nner und eine Frau aus verschiedenen Kirchen fΓΌr eine Evangelisationskampagne in verschiedene Viertel der Hauptstadt.
Nachdem sie die Stadtteile Kamda, Amtoukouin und Sabangali besucht hatten, begaben sie sich in den Hof des Hauses eines ihrer Klassenkameraden, um gemeinsam zu beten, bevor sie sich trennten.
Zeugen zufolge hielt ein MilitΓ€rfahrzeug vor dem Haus und nahm die acht Studenten fest. Sie wurden zur Polizeizentrale gebracht, dem ehemaligen Sitz des AuΓenministeriums.
Verschiedene lokale Informationsquellen berichten, dass die acht jungen Christen in einem Fahrzeug mit getΓΆnten Scheiben von der Polizeiwache an einen unbekannten Ort gebracht wurden. Bis heute haben ihre Eltern keine Informationen ΓΌber das Schicksal ihrer Kinder oder die gegen sie erhobenen VorwΓΌrfe erhalten.
Die lokalen Partner von Open Doors vermuten, dass lokale muslimische FΓΌhrer die Polizei gerufen haben, um sie darΓΌber zu informieren, dass junge Christen versuchen wΓΌrden, junge Muslime zum Glaubenswechsel zu Β»zwingenΒ«.
Eine andere lokale christliche Leiterin berichtete den Partnern von Open Doors, dass dies kein Einzelfall sei, da auch sie und ihre Familie Opfer von EinschΓΌchterungen, Drohungen und Verhaftungen geworden seien. Β»Seit wir unseren Dienst begonnen haben, greifen uns muslimische FΓΌhrer wie Imame und Marabuts anΒ«, sagte sie. Ihr Mann wurde mindestens sechs Mal wegen der Organisation von Evangelisationskampagnen verhaftet.
Die Feindseligkeiten gegenΓΌber Christen im Tschad nehmen zu, insbesondere gegenΓΌber denen, die ihren Glauben offen bekunden. In diesem Jahr belegte der Tschad Platz 49 des Weltverfolgungsindex. Obwohl der Tschad eine sΓ€kulare Republik ist, ist der Islam die Mehrheitsreligion und prΓ€gt die gesamte Gesellschaft. Diese Tatsache veranlasst einige Tschader, Feindseligkeit und Intoleranz gegenΓΌber Christen zu zeigen, die sie als Β»UnglΓ€ubigeΒ« betrachten.
Die Armut, von der 42 % der BevΓΆlkerung des Tschad betroffen sind, und die InstabilitΓ€t der NachbarlΓ€nder, die von Dschihad-Krisen erschΓΌttert werden, sind eine groΓe Herausforderungen fΓΌr dieses Land mit 19 Millionen Einwohnern, das mitten auf dem afrikanischen Kontinent liegt.
Die Lage ist besonders angespannt im SΓΌdwesten des Landes, wo bewaffnete Gruppen wie Boko Haram ihre AktivitΓ€ten verstΓ€rken. Christen werden dort gewaltsam vertrieben, nachdem ihre HΓ€user zerstΓΆrt wurden.
Open Doors arbeitet mit der ΓΆrtlichen Kirche im Tschad zusammen, um wichtige Ressourcen wie Schulungen zur Vorbereitung auf Verfolgung, JΓΌngerschaftstraining und UnterstΓΌtzung fΓΌr neue Christen bereitzustellen.