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Nachdem das Internet ΓΌber Monate hinweg fast vollstΓ€ndig abgeschaltet war, erhalten die Christen nach und nach wieder Zugang zur AuΓenwelt. WΓ€hrend des vom Regime verhΓ€ngten Blackouts war vielen die Gemeinschaft mit anderen GlΓ€ubigen, biblischer Unterricht und der Kontakt zu anderen Christen vorenthalten worden.
Mehrere Monate lang erlebte der Iran einen der bedeutendsten InternetausfΓ€lle seiner Geschichte. Die BehΓΆrden schrΓ€nkten den Zugang zu internationalen Plattformen wie WhatsApp, Telegram, Instagram oder YouTube stark ein, offiziell um Protestbewegungen und politische Unruhen unter Kontrolle zu halten.
FΓΌr die iranischen Christen hatte diese Sperre jedoch weitaus tiefgreifendere Folgen als eine bloΓe technische Unterbrechung. In einem Land, in dem Hausgemeinden ohnehin schon unter Druck stehen, ist das Internet oft die einzige sichere MΓΆglichkeit, biblische Lehre zu erhalten, an Online-Gottesdiensten teilzunehmen oder den Kontakt zu geistlichen Leitern im Ausland aufrechtzuerhalten.
WΓ€hrend des Internetausfalls waren viele Christen vΓΆllig von der AuΓenwelt abgeschnitten. Christliche Dienste im Ausland verloren fast jeglichen Kontakt zu den iranischen GlΓ€ubigen. FΓΌr manche Konvertiten war dieser Bruch besonders schmerzhaft. Β»Gestern Abend konnte ich endlich eine Predigt auf Farsi in den sozialen Netzwerken hΓΆren. Ich fΓΌhle mich wie neu geborenΒ«, berichtet Rahab*, eine iranische Christin.
Auch der Gemeindeleiter Afshin* beschreibt die psychologischen Auswirkungen dieser Zeit:
Β»Die Gewalttaten und der Internetausfall haben eine riesige Welle von Depressionen ausgelΓΆst.Β«
Seiner Meinung nach hat die digitale Isolation das GefΓΌhl der Verlassenheit verstΓ€rkt, das viele Iraner empfinden. Familien haben den Kontakt zu ihren AngehΓΆrigen verloren, wΓ€hrend den Christen geistliche UnterstΓΌtzung und geschwisterliche Gemeinschaft vorenthalten wurden.
Heute ist der Internetzugang in bestimmten Regionen des Landes allmΓ€hlich wiederhergestellt. Christen kΓΆnnen wieder mit anderen GlΓ€ubigen kommunizieren, biblische Lehre empfangen und den Kontakt zu Partnerwerken wieder aufnehmen. Doch diese WiederannΓ€herung erfolgt mit Vorsicht. Viele befΓΌrchten eine verstΓ€rkte Γberwachung durch die BehΓΆrden und den Aufbau eines kontrollierten nationalen Netzwerks, das vom restlichen weltweiten Internet getrennt ist.
FΓΌr Afshin wird die RΓΌckkehr des Internets jedoch nicht ausreichen, um die Wunden des Landes zu heilen. Β»Wieder online zu sein, ist nur ein vorΓΌbergehendes HeilmittelΒ«, sagt er.Β»Aber der Schmerz des iranischen Volkes geht weit darΓΌber hinaus. Nur Gott kann wahre Hoffnung und echte Freiheit bringen.Β«
Bild:Β Spiegelung eines Kreuzes auf dem Bildschirm eines Smartphones vor der Vank-Kathedrale in Isfahan. Im Hintergrund muslimische Besucher (Touristen) der Kirche.