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Die Festnahme von Bahar Sahraian, das Verschwinden von Mary Mohammadi und die Inhaftierung von Ghazal Marzban veranschaulichen den Druck, der auf Christen im Iran ausgeΓΌbt wird.
Monate nach den Demonstrationen und dem Verlust vieler Menschenleben lebt das iranische Volk weiterhin in Angst, Unsicherheit und zunehmender Not. Die Stimmung ist nach wie vor von politischen Spannungen und der Erinnerung an die Explosionen geprΓ€gt.
WΓ€hrend die Lebenshaltungskosten stetig steigen, ist die Angst, vom Regime ins Visier genommen zu werden, nach wie vor sehr prΓ€sent. Das ist kΓΌrzlich Bahar Sahraian widerfahren, die in der Stadt Schiraz festgenommen wurde.
Bahar Sahraian ist eine angesehene RechtsanwΓ€ltin, die sich insbesondere fΓΌr iranische Christen, politische Gefangene und AngehΓΆrige religiΓΆser Minderheiten einsetzt, denen im iranischen Justizsystem oft kein wirklicher Schutz zuteil wird. Seit Jahren setzt sie sich fΓΌr verfolgte Christen und andere schutzbedΓΌrftige Menschen ein. Diese Stimme wurde nun durch die VerschΓ€rfung des iranischen Regimes vorΓΌbergehend zum Schweigen gebracht.
Nach ihrer Festnahme wurde Bahar Sahraian in das GefΓ€ngnis von Adelabad verlegt, eine Anstalt, die fΓΌr EinschΓΌchterungen, Misshandlungen und die UnterdrΓΌckung von Oppositionellen berΓΌchtigt ist. Die dort herrschenden Haftbedingungen geben Anlass zu groΓer Sorge um ihre Sicherheit und die der anderen dort inhaftierten politischen Gefangenen.
Vielleicht erinnern Sie sich an Mary Mohammadi. Vor fΓΌnf Jahren hatte Open Doors dazu aufgerufen, fΓΌr diese Journalistin und Menschenrechtsaktivistin zu beten.
Mary, die einen muslimischen Hintergrund hat, wurde im Alter von 19 Jahren nach ihrer Konversion zum Christentum zum ersten Mal verhaftet. Sie war von November 2017 bis Mai 2018 im Evin-GefΓ€ngnis inhaftiert und wurde 2020 erneut verhaftet, woraufhin sie weitere Monate in Haft verbrachte.
Auch in diesem Jahr soll Mary von den BehΓΆrden festgenommen worden sein. Laut Amnesty International wurde sie im Februar auf einer Reise von Teheran nach Ahvaz Opfer eines Β«gewaltsamen VerschwindensΒ». Zu diesem Zeitpunkt stand sie noch in Kontakt mit ihrer Familie. Doch am 26. Februar brachen ihre Nachrichten plΓΆtzlich ab.
Seit ihrem Verschwinden weigern sich die BehΓΆrden, ihren Aufenthaltsort preiszugeben. Amnesty International berichtet, dass sie zunΓ€chst in Ahvaz inhaftiert war, bevor sie Anfang April an einen unbekannten Ort verlegt wurde.
Leider sind solche Situationen im Iran keine Seltenheit, ebenso wenig wie die Weigerung der BehΓΆrden, Informationen preiszugeben. Menschen, die sich fΓΌr die Rechte von Christen und anderen Minderheiten einsetzen, werden oft ins Visier genommen, wenn sie die Ungerechtigkeiten der iranischen Regierung anprangern.
Mary Mohammadi gehΓΆrt zu den engagiertesten Oppositionellen, die sich fΓΌr Christen einsetzen. Im Jahr 2023 wurde ihr in Bonn (Deutschland) der Saint-Γtienne-Preis fΓΌr verfolgte Christen verliehen, in Anerkennung ihres Β«auΓergewΓΆhnlichen MutesΒ» und ihrer Β«auΓergewΓΆhnlichen SelbstlosigkeitΒ».
Ghazal Marzban, eine Christin mit muslimischem Hintergrund, die im Evin-GefΓ€ngnis inhaftiert ist, wurde wegen Β«Propaganda gegen das RegimeΒ» und Β«Versammlung und VerschwΓΆrung gegen das RegimeΒ» zu neun Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.
Im JΓ€nner wurde ihre Wohnung durchsucht. Ihre Bibeln und christlichen BΓΌcher wurden beschlagnahmt. AnschlieΓend wurde sie in eine Haftanstalt gebracht, wo sie langen VerhΓΆren ausgesetzt war. Ghazal wurde daraufhin gezwungen zu gestehen, dass die bei ihr gefundenen Dokumente der Evangelisation dienten, obwohl sie zuvor versichert hatte, sie seien fΓΌr ihren persΓΆnlichen Gebrauch bestimmt gewesen.
Seit dem 25. Mai befindet sich Ghazal im Hungerstreik, um gegen die VorwΓΌrfe zu protestieren, die gegen sie erhoben wurden. Menschenrechtsaktivisten sind zunehmend besorgt, da sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert.
Ghazals Situation ist bereits besorgniserregend, doch die Folgen reichen noch weiter: Ihr Ehemann leidet an Parkinson und hat Schwierigkeiten, seine Medikamente zu beschaffen.
Diese Ereignisse verstΓ€rken die Angst der christlichen Gemeinschaft im Iran noch weiter: Sowohl diejenigen, die sich fΓΌr sie einsetzen, als auch diejenigen, die sich dafΓΌr entscheiden, Christus nachzufolgen, laufen Gefahr, zum Schweigen gebracht und bestraft zu werden. Angesichts der verstΓ€rkten Γberwachung durch die BehΓΆrden sind Christen weiterhin besonders von Verhaftungen und Verfolgung bedroht.
Bild:Β Bahar Sahraian, Mary Mohammadi, Ghazal Marzban (Β© Article 18)