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Heute ist Saleha um die 40 Jahre alt. Β»Sie sagte mir einmal, dass sie eine privilegierte Frau sei in Afghanistan und sogar weltweit, weil sie die einzige Frau sei, die von ihrem Mann wirklich geliebt werdeΒ«, erzΓ€hlt einer unserer Partner, der sie vor einigen Monaten kennengelernt hat.
TatsΓ€chlich schlug Salehas Mann sie nicht, wie es fΓΌr andere EhemΓ€nner in ihrer Gesellschaft ΓΌblich ist. Er lehrte sie sogar das Lesen und Schreiben. Doch ihre Familien und die Gemeinschaft verstanden sie nicht und wurden ihnen gegenΓΌber sehr misstrauisch. Β»Sie sahen es als etwas Schlechtes, als ein verdΓ€chtiges Verhalten. Sie glaubten, dass das Paar seinen Glauben an den Islam verraten hatte und dass sie Agenten des Westens warenΒ«, erklΓ€rt unser Partner.
SchlieΓlich wurde es fΓΌr sie zu gefΓ€hrlich, in ihrem Haus zu bleiben. Doch bevor sie umziehen konnten, verschwand ihr Mann. Er wurde entfΓΌhrt und Saleha war nun ganz allein. Niemand war da, um sie zu unterstΓΌtzen.
Enge Freunde mit den gleichen Werten nahmen sich ihrer an und brachten Saleha in eine andere Stadt. Dort wurde sie von einer christlichen Familie, die ihren Glauben verborgen hielten, aufgenommen, die sie wie ihre eigene Tochter behandelten. Saleha konnte nicht glauben, dass ihr Mann tot sein kΓΆnnte. Β»Sie war sicher, dass er am Leben war, auch wenn sie nichts von ihm hΓΆrte. Das Warten und Hoffen quΓ€lte sie. Eine Zeit lang war sie sehr wΓΌtend auf GottΒ«, berichtet unser Partner.
Die Jahre vergingen. Ihr Weg dahin, ihre Situation zu akzeptieren, war sehr hart, geprΓ€gt von HΓΆhen und Tiefen. Manchmal freute sie sich, wenn jemand sie zum Beten besuchte, ihr Bibelverse schickte und sie ermutigte. Zu anderen Zeiten war sie so traurig, dass sie es nicht ertrug.
Saleha war fast blind vor Kummer und Wut. Β»In diesen schwierigen Zeiten, in denen sie nichts sehen oder tun konnte, kΓΌmmerten sich ihre Adoptivfamilie und Freunde weiterhin liebevoll um sie und beteten fΓΌr sieΒ«, fΓ€hrt unser Partner fort.
Manchmal sang sie Lieder, die sie und ihr Mann frΓΌher immer zusammen gesungen hatten. Sie sang sie zu seiner Erinnerung. Und nach und nach besiegten diese Lieder ihre Wut. Β»Sie erinnerte sich an die ursprΓΌngliche Absicht, die sie und ihr Mann gehabt hatten: der Nation Hoffnung zu bringen. Sie dachte an die schweren Zeiten zurΓΌck, die sie durchlebt hatten, und wie Gott sie bewahrt hatte. Und schlieΓlich erkannte sie, dass ihr Opfer, als sie als junge Frau ihren Mann verlor, in keiner Weise mit dem grΓΆΓten Opfer aller Zeiten vergleichbar ist, dem Opfer Jesu ChristiΒ«, sagt unser Partner abschlieΓend.
Seitdem hat Saleha gelernt, ihre Rolle als Tochter in ihrer neuen Familie wahrzunehmen. Sie hat auch gelernt, eine groΓe Schwester fΓΌr ihre jΓΌngeren Geschwister zu sein. Hier hat sie ihr Missionsfeld gefunden, Gottes Berufung fΓΌr ihr Leben. Sie unterrichtet ihre Geschwister im Wort Gottes und hilft ihnen, Bibelstellen auswendig zu lernen. Sie sind ihre eigenen Kinder geworden, da sie selbst keine Kinder hat.
* Name geΓ€ndert