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Bei seiner Irakreise vom 5.-8. MΓ€rz besuchte Papst Franziskus unter anderem die Ruinen von Mossul und eine christliche Gemeinde, die durch den Islamischen Staat (IS) zerstΓΆrt wurde. Er traf Christen in Karakosch und hielt eine Predigt in der Hauptstadt Bagdad.
Am ersten Tag seines Besuchs legte der Papst den Fokus auf die schwindende christliche BevΓΆlkerung des Landes, die durch MassentΓΆtungen durch die Terrorgruppe Islamischer Staat und einem darauffolgenden Massenexodus dramatisch dezimiert wurde.
Β»Die jahrhundertelange PrΓ€senz der Christen in diesem Land und ihre BeitrΓ€ge zum Leben der Nation stellen ein reiches Erbe dar, das sie weiterhin in den Dienst aller stellen wollenΒ«, sagte Franziskus nach seiner Ankunft in Bagdad und sprach am Freitag im PrΓ€sidentenpalast zum irakischen PrΓ€sidenten Barham Salih und anderen Beamten und Diplomaten.
Β»MΓΆge es ein Ende der Gewalttaten und des Extremismus geben, ein Ende der Spaltungen und Intoleranz! MΓΆge Raum geschaffen werden fΓΌr all jene BΓΌrger, die im Dialog und durch offene, aufrichtige und konstruktive Diskussion am Aufbau dieses Landes mitarbeiten wollen.Β«
Papst Franziskus erklΓ€rte, es sei Β»wesentlich, die Beteiligung aller politischen, sozialen und religiΓΆsen Gruppen sicherzustellen und die Grundrechte aller BΓΌrger zu garantieren. Niemand darf als BΓΌrger zweiter Klasse betrachtet werdenΒ«, sagte er.
Β»Wie viel ist niedergerissen worden! Wie viel muss wiederaufgebaut werden! Unsere heutige Versammlung hier zeigt, dass Terrorismus und Tod niemals das letzte Wort habenΒ«, sagte Papst Franziskus.Β»Das letzte Wort gehΓΆrt Gott und seinem Sohn, dem Γberwinder von SΓΌnde und Tod. Selbst inmitten der VerwΓΌstungen von Terrorismus und Krieg kΓΆnnen wir mit den Augen des Glaubens den Triumph des Lebens ΓΌber den Tod sehen.Β«
Der Irak liegt auf Rang 11 des aktuellen Weltverfolgungsindex, der Rangliste der LΓ€nder, in denen Christen am stΓ€rksten verfolgt werden. Im Jahr 2003 gab es im Irak etwa 1,5 Millionen Christen, die Zahl ist SchΓ€tzungen zufolge auf weniger als 200.000 gesunken.
Auch nach dem Sieg ΓΌber den Islamischen Staat und dem nachfolgenden Abzug der Terrormilizen im Dezember 2017 haben viele der irakischen Christen ihre Heimat nicht mehr als sicher und lebenswert empfunden und sind nicht mehr in ihre Heimat zurΓΌckgekehrt.
FΓΌr die im Land verbliebenen oder wieder zurΓΌckgekehrten Christen war der Papstbesuch ein ungemein wertvolles Hoffnungszeichen. Β»Ich bin so glΓΌcklich, dass der Papst uns besucht hat, wir haben so lange darauf gewartet. Der Besuch ist eine groΓe BestΓ€rkung in unserem Glauben. Es ist so wichtig, den Heiligen Vater in unserer Mitte zu haben, unseren Schmerz mit ihm zu teilen und mit ihm zu betenΒ«, freut sich Pater Ammar, Priester der Syrisch-katholischen Kirche in Karakosch. Sein Amtsbruder, Pater Duraid, erklΓ€rt:Β»Ich kann unser GlΓΌck gar nicht beschreiben: Menschen ΓΌberall auf der Welt erfahren nun mehr ΓΌber die irakische Kultur, Zivilisation und Religion. Die Welt erfΓ€hrt, dass es im Irak Christen und christliche Kirchen gibt. Wir erzΓ€hlen der Welt, dass wir in unserem Land leben und dass wir mit der Hilfe Jesu bleiben werden!Β«
Quelle: Christian Post/Livenet/Open Doors