
5 Minuten Lesezeit
Das Leben von Tausenden Menschen wurden durch extremistische Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschΓΌttert. Im Mai konnten lokale Partner von Open Doors HilfsgΓΌter an mehr als 200 Familien verteilen, die von den anhaltenden ADF-Angriffen betroffen sind.
Tausende Vertriebene, zerstΓΆrte HΓ€user und verlorene Lebensgrundlagen β das ist seit letztem Jahr die traumatische Erfahrung vieler Familien in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). FΓΌr viele ist das Leben zu einem tΓ€glichen Kampf ums Γberleben geworden, bei dem sie auf krΓ€ftezehrende Arbeit oder die Gastfreundschaft anderer angewiesen sind, um ΓΌber die Runden zu kommen.
JΓΌngste Angriffe der Allied Democratic Forces (ADF) im Osten des Landes haben erneut zur Vertreibung von Tausenden von Christen gefΓΌhrt. Viele haben Schwierigkeiten, ihre Miete zu bezahlen, und werden oft von Familien in ihren Gemeinden aufgenommen. Die RΓΌckkehr in ihre DΓΆrfer kann lebensgefΓ€hrlich sein, und sie mΓΌssen schwere kΓΆrperliche Arbeit verrichten, wie das Tragen schwerer Sandladungen und das ZurΓΌcklegen langer Strecken, um Gras zu sammeln und an Viehhalter zu verkaufen.
Die mit dem IS verbΓΌndete ADF hat ihre Angriffe auf Zivilisten seit 2025 verstΓ€rkt. Zu diesen Angriffen zΓ€hlen EntfΓΌhrungen, Zwangsarbeit sowie Verbrechen gegen Frauen und MΓ€dchen. Amnesty International bezeichnet diese Handlungen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu diesen Verbrechen gehΓΆren auch Zwangsheirat, erzwungene Schwangerschaften und andere Formen sexueller Gewalt. Die ADF greift Zivilisten als Vergeltung fΓΌr militΓ€rische Operationen an. Laut Amnesty International hat die UNO die ADF als eine der Gruppen eingestuft, die in grΓΆΓtem MaΓe fΓΌr die Rekrutierung und den Einsatz von Kindern bei ihren Operationen verantwortlich sind. Diese Kinder, oft im Alter zwischen 13 und 15 Jahren, werden einer Indoktrination, einer islamischen Erziehung und einer militΓ€rischen Ausbildung unterzogen.
Trotz anhaltender BemΓΌhungen des nationalen MilitΓ€rs und gemeinsamer Operationen zur Zerschlagung der ADF baut die mit dem Islamischen Staat verbΓΌndete Gruppe ihre Stellung im Osten der DR Kongo weiter aus.
Durch lokale Partner von Open Doors erhalten mehr als 200 christliche Familien in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo humanitΓ€re Hilfe, die die unmittelbare Not lindert. Sie haben uns ihre Dankbarkeit ΓΌbermittelt, die wir mit Ihnen teilen mΓΆchten:
Isaya* ist Vater von sechs Kindern. Er floh vor dem jΓΌngsten Angriff der ADF. Β»Als GerΓΌchte die Runde machten, flohen meine Frau und ich aus Musenge, noch bevor die ADF eintraf. Meine beiden erwachsenen TΓΆchter, ImmaculΓ©e und Dacisse, blieben zurΓΌck, um vertriebene Christen in unserem Haus zu beherbergen. Am 24. JΓ€nner 2026 gingen sie auf den Hof, um Lebensmittel zu holen, kehrten jedoch nie zurΓΌck. Eine Woche spΓ€ter wurden ihre Leichen gefunden.
Meine Frau und ich leben nun im Haus meines jΓΌngeren Bruders.Β«
Β»Wir haben MΓΌhe, uns zu ernΓ€hren, und wenn nichts anderes hilft, riskiert mein Sohn sein Leben, indem er zu eben dieser Farm zurΓΌckkehrt, um etwas zu essen zu suchen.Β«
Β»Als sie mir sagten, ich solle zurΓΌckkommen, hΓ€tte ich mir nie vorstellen kΓΆnnen, was mich dort erwarten wΓΌrde. Die UnterstΓΌtzung, die wir heute erhalten haben, wird uns helfen, durchzuhalten. Vielen, vielen Dank, und Gott segne euchΒ«, sagt Isaya.
Rosaliya* ist Mutter von sieben Kindern. Sie erzΓ€hlt: Β»2025 griff die ADF das Viertel an, in dem ich in Magurejipa lebte. Da wir nirgendwo hingehen konnten, zogen wir in einen anderen Teil des Dorfes. Wir sind nun Binnenvertriebene und haben keinen Zugang mehr zu unseren Feldern. Um meine Familie zu versorgen, verkaufe ich an einem kleinen Stand GebΓ€ck. Ich bin den Schwestern und BrΓΌdern, die uns heute unterstΓΌtzt haben, wirklich sehr dankbar. Mit einem Teil dieser Hilfe kann ich meine Kinder ernΓ€hren, und der Rest wird unser kleines GeschΓ€ft stΓ€rken. Gott segne euch! Bitte betet weiterhin fΓΌr die Sicherheit in unseren DΓΆrfern.Β«
Suzanna* wurde mit ihrer siebenkΓΆpfigen Familie vertrieben. Β»Die ADF stΓΌrmte unser Dorf, und ich floh mit meinem Mann und meinen sechs Kindern nach Butembo, wobei wir alles zurΓΌcklassen mussten. Nach einer kurzen Ruhephase kehrten wir zurΓΌck und pflanzten Bohnen an, doch die ADF kam zurΓΌck. Wir wurden erneut nach Butembo vertrieben, wo wir in extremer Armut leben. Wir alle mΓΌssen in zwei kleinen Zimmern schlafen. Die Kinder gehen nicht mehr zur Schule, und um sie zu ernΓ€hren, mΓΌssen wir ΓΌber 30 km weit gehen, um Gras zu sammeln, das wir an ViehzΓΌchter verkaufen. Wenn wir kein Gras sammeln kΓΆnnen, tragen wir Sand oder verputzen HΓ€user, um zu ΓΌberleben.Β«
Β»Mit dieser Hilfe hΓ€tte ich nie gerechnet! Vielen Dank fΓΌr eure GroΓzΓΌgigkeit, und mΓΆge sie euch hundertfach zurΓΌckgegeben werdenβ,
β sagte Suzanna.
Muindo* ist ein junger Christ, der ebenfalls von dieser Hilfe profitiert hat. Β»Als meine muslimische Familie herausfand, dass ich zum Christentum konvertiert war, bedrohten sie mich und forderten, ich solle zum Islam zurΓΌckkehren, wenn ich bleiben wolle. SchlieΓlich warfen sie mich hinaus, und die Kirche nahm mich auf. Die Gemeinde hat meinen Glauben gestΓ€rkt, meine Ehe unterstΓΌtzt, und heute habe ich Hilfe und eine Bibel erhalten. Was kann ich noch sagen, auΓer Danke, immer und immer wieder Danke!Β«
Pastor Lazo*, Vater von vier Kindern, ist aufgrund der ADF auf der Flucht. Β»Ich habe alles in Musenge zurΓΌckgelassen, als ich vor den Angriffen der ADF floh. Wir sind nun BinnenflΓΌchtlinge in unserem eigenen Land. Manchmal helfen uns gΓΌtige Menschen, doch oft riskieren wir unser Leben, wenn wir zu unseren Feldern zurΓΌckkehren, um nach Nahrung zu suchen.Β«
Β»Mit der UnterstΓΌtzung, die wir heute erhalten haben, werden wir ein Schwein kaufen, das eines Tages dazu beitragen wird, unsere Kinder zu ernΓ€hren. Β«
Β»Vielen Dank, und mΓΆge Gott euch segnenΒ«, sagte Pastor Lazo.
Diese UnterstΓΌtzung stΓ€rkt Christen, die wegen ihres Glaubens an Jesus extremer Verfolgung ausgesetzt sind, damit sie an den dunkelsten Orten, an denen die Menschen Jesus am dringendsten brauchen, Salz und Licht fΓΌr das Evangelium sein kΓΆnnen. Die UnterstΓΌtzung ist fΓΌr diese Christen zudem eine wichtige Erinnerung daran, dass sie Teil des Leibes Christi sind. Vielen Dank fΓΌr Ihre anhaltende UnterstΓΌtzung, die es uns ermΓΆglicht, ihnen beizustehen!
* Namen aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert