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Weltverfolgungsindex Hintergrundinformationen

Weltverfolgungsindex
Hintergrundinformationen

6 LÄNDER IM FOKUS

Nordkorea 1

Nordkorea bleibt auch weiterhin das Land, in dem der christliche Glaube am heftigsten bekämpft wird. Wenn Christen entdeckt werden, werden sie in Arbeitslager mit unmenschlichen Bedingungen geschickt oder an Ort und Stelle getötet. Zwischen 50.000 und 70.000 Menschen sitzen wegen ihres christlichen Glaubens im Gefängnis.

Syrien 6

Syrien kehrt in die Top 10 des WVI zurück und steigt vom 18. auf den 6. Rang auf. Dieser rasante Aufstieg ist auf den Sturz des Assad-Regimes und die Machtübernahme durch die HTS zurückzuführen. Die Gewalt ist explodiert: Angriffe auf Kirchen und 27 getötete Christen innerhalb eines Jahres. Infolge des zunehmenden Extremismus verlässt die christliche Bevölkerung in Massen das Land.

Sudan 4

Der Sudan rückt vom 5. auf den 4. Rang vor, wobei sich seine Punktzahl im WVI seit Beginn des Bürgerkriegs kontinuierlich verschlechtert hat. Der Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces hat zu massiver Zerstörung geführt (darunter Hunderte zerstörte Kirchen), während sich die humanitäre Krise verschärft: 9,6 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.

China 17

China erreicht einen Rekordwert von 79 Punkten. Dieser Anstieg ist nicht auf zunehmende Gewalt zurückzuführen, sondern auf neue Beschränkungen, die 2025 für religiöse Aktivitäten im Internet eingeführt wurden. Diese Vorschriften verbieten insbesondere Bibel-Apps, Predigten außerhalb zugelassener Orte und jegliche Art von Spendenaktionen. Die »Sinisierung« der Religionen schreitet voran: Nur noch Kirchen, die patriotischen Organisationen angehören, werden toleriert, während alle anderen als illegal gelten.

Nigeria 7

Als weltweites Epizentrum der Gewalt gegen Christen erreicht Nigeria 2026 einen Rekordwert von 89 Punkten und ist seit 2021 in den Top 10. Mehr als 3.490 Christen wurden dort innerhalb eines Jahres getötet, darunter 258 bei einem Massaker in Yelwata. Die humanitäre Krise ist mit 3,4 Millionen Binnenvertriebenen nach wie vor massiv, mehrere bewaffnete Gruppen verbreiten weiterhin extremen Terror.

Algerien 20

In Algerien haben mehr als 75 % der Christen jeglichen Kontakt zu anderen Christen verloren. Die 47 protestantischen Kirchen mussten ihre Aktivitäten einstellen. Nicht-muslimische Gottesdienste in nicht genehmigten Gebäuden sind verboten, und »den Glauben eines Muslims zu erschüttern« ist strafbar. Dennoch hat das Land eine der größten Gemeinschaften von Christen mit muslimischem Hintergrund im arabischen Raum.

Weltweit sind mehr als 388 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens einem hohen bis extremen Maß an Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Die Verfolgung hat im Vergleich zum Vorjahr wieder an Intensität zugelegt. Das belegt der neue Weltverfolgungsindex 2026, eine Rangliste der 50 Länder mit der stärksten Christenverfolgung.

Die 50 Länder sind den Rubriken »extreme Verfolgung« (81–100 Indexpunkte) und »sehr hohe Verfolgung« (61–80) zugeordnet. Davon sind aktuell mehr als 315 Millionen Christen betroffen. In 31 weiteren Ländern leiden Christen unter einem zumindest hohen Maß an Verfolgung und Diskriminierung (41–60). Die Intensität der Verfolgung, woraus sich die Positionierung auf dem Weltverfolgungsindex ergibt, lässt sich an der Gesamtpunktzahl für ein Land ablesen.


Christen sind der Verfolgung und Diskriminierung durch wechselnde Verhältnisse aufgrund von Regimewechseln und Umstürzen ausgesetzt, beispielsweise in Syrien oder verschiedenen Staaten in Subsahara-Afrika wie Sudan, Somalia oder in der ZAR. Die Gewalt in Subsahara-Afrika ist weiterhin beispiellos hoch und trifft in größtem Ausmaß Christen, Spitzenreiter ist wieder Nigeria. In den Ländern des Nahen Ostens (Syrien, Irak, Hl. Land) kommt es bereits seit Jahren zur massenhaften Auswanderung von Christen, die christliche Bevölkerung schwindet deutlich. Zunehmend werden Christen in die Isolation getrieben, etwa in Algerien, Tunesien oder China. Insgesamt werden sie in 81 Ländern diffamiert, schikaniert, inhaftiert, geschlagen, vertrieben und ermordet, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen. Der Berichtszeitraum des aktuellen Weltverfolgungsindex (WVI) reicht vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025.


Die aufgrund von Konflikten in vielen Ländern sehr angespannte Sicherheitslage hat in manchen Ländern die Dokumentation der Verfolgung und Diskriminierung von Christen erschwert.

Folgende Entwicklungen prägen die Verfolgungssituationen für Christen im aktuellen Weltverfolgungsindex:
  • Christen in Syrien stärker unter Druck als je zuvor
  • Die christliche Bevölkerung im Nahen Osten schwindet
  • Subsahara-Afrika
  • In die Isolation getrieben
  • Einige positive Neuigkeiten

Unsere Analysten führen die Zunahme der Verfolgung auf den mangelnden Schutz von Christen und anderen Minderheiten durch ihre Regierungen, auf die Straffreiheit für die Verfolger und Täter sowie auf eine allgemeine Gleichgültigkeit der politischen Akteure im Westen zurück.

Weiterführende Informationen

Videoreihe zum WVI

Videoreihe zum WVI

Methodik des WVI

Methodik des WVI

Gewalttaten gegen Christen

Gewalttaten gegen Christen

Verfolgung und Menschenrechte

Verfolgung und Menschenrechte

Material zum WVI

Material zum WVI

Christenverfolgung

Christenverfolgung

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